Kreisarbeit
Richtig kommunizieren, konsequent anleiten, miteinander arbeiten
Schauen Sie sich einmal das natürliche Bewegungsverhalten eines Hundes an:
- Beim Spielen bewegt er sich häufig auf einem Kreisbogen,
- beim Jagen umkreist das Rudel die Beute,
- er baut Stress ab, indem er auf einem Kreisbogen läuft,
- vieles in der freien Bewegungsfolge beginnt kreisend.
Dies alles nutzt das Kreistraining. Die Arbeit an Kreisen entspricht vollkommen dem
natürlichen Bewegungsverhalten von Hunden, deshalb sind sie entspannter und
lernfähiger. Es fällt ihnen leichter, sich ganz auf die Arbeit mit ihrem Mensch zu
konzentrieren.
„Geh deinen eigenen Weg!“
Ein Mensch-Hund-Team, das sich vertraut, sich auf die gemeinsame Arbeit freut und
über ein unsichtbares Band hierbei die Verbindung hält. Das ist das Ziel – und es
klingt schwieriger als es ist. Am Anfang staunte ich auch sehr. Staunte über die
Hunde. Konnte es sein, dass Hütehunde schon bei der kleinsten Schulterbewegung
in die andere Richtung liefen oder einen anderen Kreis ansteuerten, nur weil ein Fuß
des Menschen außerhalb des Kreises war? War das die Antwort auf
Missverständnisse bei der Ausführung des geplanten Ablaufs? Viele
Videoaufzeichnungen belegten: Es war so!
Bindung : die unsichtbare Leine
Nun öffnete sich das Tor zu der heutigen Arbeit an den Kreisen. Der Mensch lernt,
dass jede kleinste Veränderung in seiner Körpersprache den Hund führt. Er lernt,
sich in seinen Bewegungen und Körpersignalen zu kontrollieren und ist oft
vollkommen verblüfft, wie aufmerksam der Hund mitarbeitet und was er sofort
umsetzen kann. Jedes Team ist anders und muss im eignen Tempo daran arbeiten,
seine ganz individuelle Basis zu finden und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Mit
jedem Training wächst dieses Vertrauen zueinander, orientiert sich der Hund mehr
an seinem Menschen und das ermöglicht eine größere Distanz bei der Kreisarbeit.
Das große Aha-Erlebnis an dem Tag, wenn die Arbeit freiwillig – ohne Druck und
ohne Leine – nur über Kommunikation und Vertrauen miteinander möglich ist, hat
immer die gleiche Wirkung auf alle Beteiligten: Von nun an ist eine ganz andere
Ebene der Verständigung erreicht. Mit viel Geduld und guten Bewegungselementen
ziehen dann beispielsweise auch jagende Hunde, die Arbeit mit ihrem Menschen vor.
Oder: Hunde, die vorher Sozialunverträglichkeiten gegen Artgenossen zeigten,
bleiben bei ihrem Menschen, während andere Hunde an Nachbarkreisen arbeiten.
Die Arbeit an den Kreisen ist universell als Einzeltraining oder als Gruppentraining
einzusetzen und öffnet oft Türen, die für manche Hundehalter und ihren Hund bisher
verschlossen waren.